Rheinmetall Entwaffnen: Ist Waffenproduktion lebensnotwendig?

veröffentlicht am 7. April 2020

In der aktuellen Situation ist noch offensichtlicher, wie kaltblütig die Logik der Regierungen und der Wirtschaft ist: Die Bevölkerung soll sich isolieren, das Versammlungsrecht existiert nicht, aber Firmen wie Rheinmetall produzieren einfach weiter.

Überall in Deutschland und in der ganzen Welt wird versucht, der Ausweitung des Coronavirus mit Einschränkungen zu begegnen. Menschen sollen weniger Kontakt haben, nur die nötigsten Dinge tun und sonst eher zu Hause bleiben.

Trotz Corona-bedingten Verbote fanden am Sonntag in vielen Städten Aktionen für die Aufnahme von Flüchtlingen aus griechischen Lagern statt. Zahlreiche Organisationen und Bewegungen, darunter „Seebrücke“, „Fridays for Future“, „unteilbar“ und Ende Gelände“ hatten zu dem bundesweiten Aktionstag unter dem Motto „Wir hinterlassen Spuren - Leave no one behind“ (Lass niemanden zurück) aufgerufen.

In der Lüneburger Heide führten Aktivist*innen des Bündnisses „Rheinmetall Entwaffnen“ vor dem Standort Unterlüß des deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall eine Aktion durch, um auf das tödliche Geschäft des Waffenproduzenten hinzuweisen. Denn Kriegsgerät herzustellen gehört offensichtlich auch in Zeiten einer Pandemie zu den nötigsten Dingen, da Rheinmetall und auch andere Rüstungsunternehmen fleißig weiter produzieren.
Rheinmetall ist Deutschlands größtes Rüstungsunternehmen und verkauft seine mörderischen Produkte in die ganze Welt, wo sie auch dementsprechend in allen möglichen Kriegen und Konflikten zum Einsatz kommen. Ob im Jemen, Syrien oder anderswo - deutsche Waffen sind am Morden beteiligt, obwohl etwa 80 Prozent der Bevölkerung in Deutschland gegen Waffenlieferungen in Kriegsgebiete ist. Aber diese Stimmen werden nicht berücksichtigt und die Exporte nehmen sogar noch zu.

In der aktuellen Situation ist noch offensichtlicher, wie kaltblütig die Logik der Regierungen und der Wirtschaft ist: Die Bevölkerung soll sich isolieren, das Versammlungsrecht existiert quasi nicht – dagegen können Firmen wie Rheinmetall einfach weiter produzieren.

Eine Aktivistin in Unterlüß kritisierte: „Hilfe bekommen nur ausgewählte Menschen. Milliarden werden in die Wirtschaft gepumpt, Menschen aus der ganzen Welt werden eingeflogen, aber an den Grenzen herrscht unfassbares Leid. Die Menschen, die vor Bomben fliehen, welche auch in der BRD produziert werden, sterben an Europas Außengrenzen. Die Lager auf den griechischen Inseln, wie Moria auf Lesbos, sind schon lange überfüllt.“ Eine Versorgung, ganz zu schweigen von Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus, finde kaum statt.

„Kriege und bewaffnete Konflikte hingegen finden weiterhin auf dem ganzen Planeten statt. Gegen Corona wird alles Mögliche getan, um es zu bekämpfen, obwohl es kein Heilmittel gibt – gegen Kriege wird wenig getan, um sie zu bekämpfen, aber Möglichkeiten gibt es genug. Deswegen fordern wir von Rheinmetall Entwaffnen: stoppt die Waffenproduktion, stoppt die Waffenexporte! Jetzt sofort und jetzt erst recht!“, so die Aktivistin.

Die Aktivist*innen kündigten an, ihren Widerstand gegen Waffenproduktion und Krieg fortzusetzen. Erst recht in Zeiten von Corona sei dies nötig, denn Staaten und Regime nutzten die Situation, um ihre Politik mit Gewalt durchzudrücken.

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