Bêrîtan: Eine Internationalistin in den Bergen Ostkurdistans

veröffentlicht am 22. Mai 2020

Bêrîtan ist Araberin, sie schloss sich der kurdischen Freiheitsbewegung nach dem Angriff des sogenannten „Islamischen Staat” auf die Şengal-Region an. Zurzeit kämpft sie in den Şaho-Bergen in Ostkurdistan.

Die Familie der 1996 in Syrien geborenen Guerillakämpferin Bêrîtan stammt aus Bagdad. Bêrîtans Mutter war 13 Jahre, als sie ihren Vater, der zu diesem Zeitpunkt schon sehr alt war, heiratete. „Meine Familie war im höchsten Maße patriarchal”, erklärt Bêrîtan. „Mein Vater heiratete sieben Mal. Als ich geboren wurde, starb mein Vater. Meine Mutter heiratete anschließend jemand anderes. Ich bin bei meinem großen Bruder aufgewachsen. Nachdem mein Bruder starb, blieb ich bei meiner Tante. Als ich zwölf Jahre alt war, wurde ich mit dem Sohn meiner Tante verheiratet. Mein Ehemann unterdrückte mich. Ich bekam ein Kind.“

Bêrîtan bricht aus ihrer Unterdrückung aus und begibt sich auf die Suche. Sie lernt die kurdische Freiheitsbewegung kennen und schließt sich der Guerilla an. Sie erinnert sich: „Als 2014 die Angriffe auf die Şengal-Region begannen, habe ich gesagt, dass ich dorthin gehen wolle. Das wurde akzeptiert und ich kam nach Şengal. Als ich dort ankam, war es bereits zu den großen Angriffen des IS gekommen. Die Frauen, Jugendlichen und Kinder in diesem Zustand zu sehen, war schlimm. Es war deutlich, dass die Menschen uns brauchen, und wir haben für das Volk gekämpft. Ich war drei Jahre in Şengal. Das ezidische Volk leistet seit Jahren Widerstand, um sich zu verteidigen. Bis ich dann die Region verließ, war ich mit diesen Menschen zusammen. Anschließend ging ich in die Berge.“

Die Frauen und die Jugend Ostkurdistans müssen sich gegen das System erheben

Nachdem sie ihre Aufgabe in der Şengal-Region abgeschlossen hatte, wollte Bêrîtan am Widerstand in Ostkurdistan teilnehmen. Dafür schloss sie sich den ostkurdischen Verteidigungseinheiten YRK (Yekîneyên Parastina Rojhilatê Kurdistan) an. „Ich kam mit großer Kraft aus Şengal”, betont Bêrîtan. „Deshalb wollte ich überall in Kurdistan kämpfen und die Frauen in Kurdistan erreichen. So bin ich nach Rojhilat gekommen. In der Geschichte von Rojhilat gibt es viele entschlossene Frauen. Ich habe mich der Guerilla angeschlossen, um einen starken Willen zu bekommen und gegen die Unterdrückung der Frauen durch das iranische Regime zu kämpfen.“

Bêrîtan schließt mit einem Appell: „Die Frauen und die Jugend im Iran und in Rojhilat müssen für ihren Willen eintreten. Ich bin eine arabische Frau und kämpfe für die Freiheit Kurdistans. Denn ich weiß, dass wenn dieser Kampf erfolgreich ist, auch das arabische und die anderen Völker befreit werden. Deswegen appelliere ich an die Frauen und die Jugend im Iran und in Rojhilat – erhebt euch gegen das System und schließt euch dem Kampf an. Wenn sich die Frauen nicht wehren, haben sie in der Gesellschaft keine Chance zu leben.“

Quelle: anfdeusch.com

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